Sana Hastakala

 

Die Fairhandelsorganisation Sana Hastakala besteht seit 1989. Sie ist Gründungsmitglied der Fair Trade Group Nepal (1995) und seit 2003 Mitglied der IFAT (heute WFTO).

Sana Hastakala legt seinen Schwerpunkt auf die Förderung und Bewahrung des traditionellen nepalischen Kunsthandwerks. Das vielfältige Produktspektrum der Organisation umfasst Textilarbeiten (Stricken, Filzen, Nähen, Weben), Recycling-Produkte aus Plastik, aber auch die Wiederverwertung von Saris, Mithila-Malerei, Töpfern, Klangschalenproduktion und Holzarbeiten.

Armen, unterprivilegierten Menschen in verschiedenen Teilen Nepals wird so der Zugang zu Absatzmärkten für ihre Produkte ermöglicht. Insgesamt arbeiten etwa 1200 Menschen in 60 Gruppen für Sana Hastakala, die meisten davon in Heimarbeit. Im Haus der Organisation in Kathmandu arbeiten 43 Angestellte; hier betreibt man auch ein eigenes Ladengeschäft in einer touristisch frequentierten Lage.

Viele der Arbeiter erhalten ein monatliches Grundeinkommen. Zusätzlich können sie sich Arbeit mit nach Hause nehmen, die dann per Stücklohn bezahlt wird. Im Falle von Krankheit oder Schwangerschaft wird der Lohn zwei Monate lang weitergezahlt. Sana bietet seinen Mitarbeitern auch Kredite zu einem Zinssatz von nur 6 % an.

Neue ArbeiterInnen werden angelernt, bevorzugt werden sie in Bereichen eingesetzt, in denen sie schon Vorkenntnisse haben oder die sie besonders interessieren. Für engagierte Mitarbeiterinnen besteht die Möglichkeit, sich zur Gruppenleiterin zu qualifizieren; es werden Schulungen zu Personalführung, Verwaltung, Buchführung, Umgang mit Banken angeboten. Hier werden die Mitarbeiter zur Schulung geschickt, die Kosten trägt Sana Hastakala. Doch diese Angebote werden leider gar nicht so oft nachgefragt, den meisten ist einfach nur das tägliche Überleben wichtig und sie haben wenig Interesse oder einfach keine Energie für die Weiterbildung.

Es gibt bei Sana Hastakala auch selbständige Handwerker, die sich der Fairhandelsorganisation angeschlossen haben, etwa in der Klangschalenproduktion oder in der Schnitzkunst. Diese Kunsthandwerker betreiben ihre eigenen Werkstätten, besitzen ihr eigenes Werkzeug, kaufen ihr Rohmaterial selbst ein und werden nach Stückzahl bezahlt. Bedingung für die Aufnahme in die Fairhandelsorganisation ist die Selbstverpflichtung zu den Bedingungen des Fairen Handels, zu guten Arbeitsbedingungen und zum Verzicht auf Kinderarbeit.
Die Einhaltung wird von Sana Hastakala kontrolliert. Und auch dass Überstunden nicht überhand nehmen und auch bezahlt werden. Außerdem verschafft Sana diesen kleinen Betrieben den Zugang zum Markt zu Fairen Preisen - und bietet somit kleinen, traditionellen Kunsthandwerkern eine Überlebenschance.